Was ist Crowdinvesting?
Viele Anleger bündeln kleine Beträge, um gemeinsam ein großes Projekt zu finanzieren.
Beim Crowdinvesting (auch „Schwarmfinanzierung") schließen sich viele Anleger zusammen, um gemeinsam in ein Projekt zu investieren — eine Immobilie, ein Startup oder eine Solaranlage. Jeder Einzelne steckt nur einen kleinen Betrag rein (oft schon ab 250 €), in Summe kommen so schnell Millionenbeträge zusammen.
Der Clou: Im Gegensatz zum klassischen Crowdfunding (wo du als Dankeschön ein Produkt bekommst) erhältst du beim Crowdinvesting eine finanzielle Gegenleistung — meist feste Zinsen, manchmal eine Gewinnbeteiligung. Dein Geld arbeitet also für dich.
So funktioniert Crowdinvesting
Vom Projekt bis zur Rückzahlung — der Ablauf in vier Schritten.
Projekt wird gelistet
Ein Projektträger (z. B. ein Immobilien-Entwickler) stellt sein Vorhaben auf einer Plattform vor — mit Finanzierungsziel, Zins und Laufzeit.
Anleger investieren
Du wählst ein Projekt und investierst deinen Wunschbetrag. Ist das Finanzierungsziel erreicht, kommt der Vertrag (meist ein Nachrangdarlehen) zustande.
Projekt wird umgesetzt
Der Träger nutzt das Kapital — baut, entwickelt, wächst. Während der Laufzeit bekommst du in der Regel feste Zinsen.
Rückzahlung + Zinsen
Am Laufzeitende fließt dein Kapital plus Zinsen zurück — sofern das Projekt erfolgreich war.
Die drei wichtigsten Arten
Crowdinvesting gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen — mit unterschiedlichem Risiko-Profil.
Immobilien
Der Klassiker. Du finanzierst Bauprojekte oder Bestandsimmobilien mit. Planbare Zinsen (5–7 %), kürzere Laufzeiten — aber abhängig vom Immobilienmarkt.
Startups
Du beteiligst dich an jungen Unternehmen, oft mit Gewinnbeteiligung. Hohe Renditechancen, aber auch das höchste Ausfallrisiko.
Erneuerbare Energien
Solar- und Windparks. „Grüne" Geldanlage mit stabilen Erträgen aus Einspeisevergütung — meist mittleres Risiko.
Die besten Plattformen im Vergleich
Vier etablierte Anbieter mit unterschiedlichem Fokus — hier mein direkter Vergleich.
| | | | | |
|---|---|---|---|---|
| Schwerpunkt | Immobilien | Immobilien | Startups | Solar (Schwellenländer) |
| Mindestanlage | 10 € | 500 € | 250 € | 100 € |
| Rendite p.a. | 5,0–7,0 % | 4,5–6,5 % | variabel (Beteiligung) | 5,0 % |
| Handelsplatz | ✓ | ✗ | ✗ | ✗ |
| Reguliert (BaFin) | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Eignet sich für | Einsteiger | Immobilien-Fans | Risikofreudige | Nachhaltigkeit |
| Zu Bergfürst | Zu Exporo | Zu Companisto | Zu Ecoligo |
Chancen & Risiken ehrlich abgewogen
👍 Vorteile
- Höhere Zinsen als auf dem Tagesgeldkonto (5–8 % p. a.)
- Niedrige Einstiegshürde — schon ab 250 € dabei
- Konkrete, greifbare Projekte statt abstrakter Wertpapiere
- Gute Möglichkeit zur Diversifikation neben ETFs
- Bei grünen Projekten: Geldanlage mit Wirkung
👎 Nachteile
- Hohes Risiko bis zum Totalverlust (Nachrangdarlehen)
- Kapital ist während der Laufzeit meist fest gebunden
- Keine Einlagensicherung wie beim Tagesgeld
- Erfolg hängt komplett am einzelnen Projektträger
- Erträge voll mit Abgeltungssteuer zu versteuern
In 4 Schritten loslegen
So machst du dein erstes Crowdinvestment — in etwa 20 Minuten.
Plattform auswählen
Entscheide dich für einen regulierten Anbieter (siehe Vergleich). Achte auf BaFin-Regulierung und eine transparente Projekt-Historie.
Kostenlos registrieren
Konto eröffnen und per VideoIdent verifizieren. Das dauert nur wenige Minuten und ist gratis.
Projekte prüfen & streuen
Lies dir die Projektunterlagen genau durch (Laufzeit, Zins, Sicherheiten). Verteile dein Geld auf mehrere Projekte statt alles auf eine Karte.
Investieren & beobachten
Wunschbetrag investieren und den Projektfortschritt im Dashboard verfolgen. Zinsen kommen je nach Plattform laufend oder am Ende.
FAQ · Häufige Fragen
Die typischen Fragen rund ums Crowdinvesting — kurz und ehrlich beantwortet.
Bei den meisten Plattformen geht es schon ab 250 € los, einige (z. B. Bergfürst) ermöglichen sogar Investments ab 10 €. Du musst also kein Vermögen mitbringen. Wichtiger als die Höhe ist die Streuung: Lieber kleine Beträge in viele Projekte als alles in eines.
Crowdinvesting ist eine risikoreiche Anlageform. Die meisten Verträge sind Nachrangdarlehen — geht der Projektträger insolvent, wirst du erst nach allen anderen Gläubigern bedient, und im schlimmsten Fall verlierst du dein komplettes Investment. Es gibt keine Einlagensicherung. Genau dafür gibt es die höheren Zinsen.
Bei Immobilien- und Energieprojekten sind 5–8 % p. a. üblich. Startup-Beteiligungen können deutlich mehr abwerfen, fallen aber häufiger komplett aus. Die beworbene Rendite ist immer eine Prognose, keine Garantie.
Zinsen aus Crowdinvesting zählen zu den Kapitalerträgen und unterliegen der Abgeltungssteuer (25 % + Soli + ggf. Kirchensteuer). Viele Plattformen führen die Steuer nicht automatisch ab — dann musst du die Erträge selbst in der Steuererklärung (Anlage KAP) angeben. Freistellungsauftrag nicht vergessen.
In der Regel nicht — dein Kapital ist bis zum Laufzeitende gebunden. Eine Ausnahme bilden Plattformen mit Zweitmarkt (z. B. Bergfürst), auf dem du Anteile an andere Anleger verkaufen kannst. Garantiert ist ein Käufer aber nicht.
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Risikohinweis: Crowdinvesting ist eine hochriskante Anlage bis zum Totalverlust. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar (Stand: Juni 2026). Bei mit (*) markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links — für dich entstehen keine Mehrkosten, Finanzherr erhält eine kleine Provision.