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In Immobilien investieren

Es muss nicht immer das eigene Haus sein: Mit Aktien, Fonds oder Crowdinvesting kannst du schon ab 10 € in Immobilien investieren. Hier findest du alle fünf Wege im Überblick — inklusive zweier interaktiver Rechner.

Stand: Juni 2026

Die 5 Wege, in Immobilien zu investieren

Vom klassischen Eigenheim bis zum digitalen Crowdinvesting — jeder Weg hat seine eigene Logik, Renditeerwartung und Risikohöhe.

Immobilien gelten in Deutschland seit Generationen als solideste Anlageform — „Betongold". Was viele nicht wissen: Du musst keine ganze Wohnung kaufen, um vom Immobilienmarkt zu profitieren. Heute kannst du auch mit kleinem Budget teilhaben — über Aktien, Fonds oder Crowdinvesting. Welcher Weg zu dir passt, hängt von deinem Vermögen, deiner Risikobereitschaft und deinem Zeithorizont ab.

1. Eigenheim kaufen – die emotionale Anlage

Das klassische Eigenheim ist mehr Lebensentscheidung als Renditeanlage. Trotzdem solltest du wissen, was du dir wirklich leisten kannst.

Das eigene Haus ist für die meisten Deutschen die größte finanzielle Entscheidung ihres Lebens. Anders als bei Aktien steckt hier nicht nur Geld, sondern auch eine emotionale Komponente drin: Eigenheimbesitzer fühlen sich sicherer und unabhängiger. Aus reiner Rendite-Perspektive ist das Eigenheim aber selten die beste Geldanlage.

📊 Rechner: Wie viel Immobilie kann ich mir leisten?

Die Annahme: Deine monatliche Belastung sollte maximal 35 % deines Nettoeinkommens betragen.

4.000 €
Beide Partner gemeinsam, wenn als Paar gekauft
50.000 €
Ersparnisse, Bausparvertrag etc.
3,8 %
Sollzins auf 10 Jahre fest
2,0 %
Höher = Kredit schneller weg, aber Rate höher
Du kannst dir leisten
309.000 €
Kaufpreis inkl. Nebenkosten (10 % Grunderwerbsteuer / Notar / Makler)
Mtl. Rate
1.400 €
Darlehen
290.000 €
Laufzeit
28 J
Wichtig: Diese Faustregel ist nur eine Orientierung. In München oder Hamburg liegen die Preise über 8.000 €/m², auf dem Land unter 2.000 €/m² — dein „leistbarer" Kaufpreis bedeutet also komplett unterschiedliche Immobilien. Hole vor jedem Hauskauf ein verbindliches Finanzierungsangebot ein.

Wann lohnt sich das Eigenheim?

  • Du willst mindestens 15–20 Jahre in der Immobilie wohnen
  • Dein Eigenkapital deckt mindestens 20 % des Kaufpreises plus Nebenkosten
  • Die Kaltmiete für eine vergleichbare Wohnung wäre höher als Kreditrate plus Nebenkosten
  • Du bist beruflich und privat ortsgebunden

2. Renditeobjekt kaufen – die ehrliche Vermieterrechnung

Wer eine Wohnung zur Vermietung kauft, sollte vorher rechnen können. Mit diesem Rechner bewertest du jedes Objekt in 60 Sekunden.

Eine Wohnung zu kaufen und zu vermieten ist die klassische Form des Immobilien-Investments. Bei richtiger Auswahl sind Mietrenditen von 3–7 % plus Wertsteigerung drin. Allerdings: Vor allem in Großstädten zahlst du schnell das 30–40-fache der Jahreskaltmiete — also nur 2,5–3,3 % Bruttorendite, von der nach Kosten kaum etwas übrig bleibt.

📊 Rechner: Lohnt sich diese Wohnung?

Gib die Eckdaten ein — die Ampel hilft bei der Einschätzung: grün = gut, gelb = grenzwertig, rot = Finger weg.

Nur die Wohnung, ohne Nebenkosten
Laut Grundriss
Für Regionseinschätzung
Frankfurt
Ohne Nebenkosten
Davon nicht umlagefähig: ~30 %
10,0 %
Notar, Grunderwerbst., Makler
2,85 %
Mietrendite zu niedrig – Finger weg

Bei dieser Rendite verdienst du nach Steuern und Inflation oft nichts oder verlierst real Geld. Ein ETF wäre die rentablere und unkompliziertere Wahl.

Bruttorendite
4,40 %
€/m²
4.286 €
Kaufpreis-Faktor
22,7 ×
So liest du die Ampel: Die Nettomietrendite berücksichtigt Kaufnebenkosten, nicht-umlagefähiges Hausgeld und eine Instandhaltungspauschale (1 % des Kaufpreises p. a.). Unter 3 % rentiert sich das Investment kaum gegenüber einem ETF, ab 5 % wird es wirklich spannend.

Was macht ein gutes Renditeobjekt aus?

  • Lage: B- und C-Städte mit funktionierender Wirtschaft (Leipzig, Magdeburg, Chemnitz) bieten oft bessere Renditen als München
  • Zustand: Vermeide Sanierungsstaus — bei Altbauten aufs Hausgeld und die Rücklagen schauen
  • Mieter-Potenzial: Studenten- oder Berufstätigen-Wohnungen vermieten sich leichter
  • Kaufpreis-Faktor unter 25: Kaufpreis maximal 25× Jahreskaltmiete — darüber lohnt sich der Aufwand selten

3. Immobilien-Aktien – passiv und liquide

Wer ohne den Aufwand eines Hauskaufs am Immobilienmarkt teilhaben will, kauft Aktien von Wohnungs- und Gewerbeimmobilien-Unternehmen.

Immobilien-Aktien sind Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen, die Immobilien besitzen, entwickeln oder verwalten. Du kaufst keine einzelne Wohnung, sondern einen Anteil an einem ganzen Konzern. Vorteil: sofort handelbar, kein Eigenkapital nötig, kein Ärger mit Mietern.

AktieFokusSitzØ Div.-RenditeMarktkap.
Vonovia
VNA · DE000A1ML7J1
WohnimmobilienBochum 🇩🇪~ 4,5 %~ 24 Mrd. €
LEG Immobilien
LEG · DE000LEG1110
WohnimmobilienDüsseldorf 🇩🇪~ 5,2 %~ 6 Mrd. €
TAG Immobilien
TEG · DE0008303504
WohnimmobilienHamburg 🇩🇪~ 4,0 %~ 2,5 Mrd. €
Realty Income
O · US7561091049
REIT (Gewerbe)San Diego 🇺🇸~ 5,5 %~ 50 Mrd. $
Prologis
PLD · US74340W1036
Logistik-ImmobilienSan Francisco 🇺🇸~ 3,5 %~ 110 Mrd. $
Equinix
EQIX · US29444U7000
RechenzentrenRedwood City 🇺🇸~ 2,1 %~ 80 Mrd. $

Dividenden-Renditen schwanken stark — die Werte sind Durchschnitts-Indikationen, keine garantierten Auszahlungen. Keine Anlageempfehlung.

REITs – die amerikanische Spezialform

In den USA gibt es eine besondere Aktiengattung: Real Estate Investment Trusts (REITs). Sie müssen gesetzlich mindestens 90 % ihrer Gewinne als Dividende ausschütten und zahlen dafür auf Unternehmensebene keine Steuern. Resultat: oft 4–7 % Dividendenrendite. Bekanntester Vertreter ist Realty Income, das sogar monatliche Dividenden zahlt.

4. Immobilienfonds & Immobilien-ETFs

Diversifizierter und passiver als Einzelaktien – aber mit eigenen Tücken bei Bewertung und Liquidität.

Offene Immobilienfonds investieren direkt in physische Immobilien. Vorteil: stabile Wertentwicklung, professionelles Management. Nachteil: Mindesthaltedauer 24 Monate und 12 Monate Kündigungsfrist — das Geld ist bis zu drei Jahre gebunden. Immobilien-ETFs investieren dagegen in Immobilien-Aktien und REITs: börsentäglich handelbar, liquider und günstiger, aber stärker schwankend.

Fonds / ETFTypISINTER p. a.Min.
iShares Dev. Markets Property Yield
IUSP
ETF (REITs)IE00B1FZS3500,59 %~ 30 €
VanEck Global Real Estate
TRET
ETF (REITs)NL00096902390,25 %~ 50 €
HSBC FTSE EPRA NAREIT Developed
HPRO
ETF (REITs)IE00B5L01S800,40 %~ 30 €
Hausinvest
Commerz Real
Offener FondsDE00098070161,02 %25 €
UniImmo: Deutschland
Union Invest
Offener FondsDE00098055071,02 %25 €
Deka-ImmobilienEuropa
Deka
Offener FondsDE00098095661,15 %50 €
Achtung bei offenen Immobilienfonds: Seit der Finanzkrise gilt eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten und eine Kündigungsfrist von 12 Monaten. Du kannst nicht einfach „aussteigen", wenn du dein Geld brauchst. In Stresssituationen können Fonds ausgesetzt werden — zuletzt 2024 beim UniImmo: Wohnen ZBI.

5. Immobilien-Crowdinvesting

Mit kleinen Beträgen direkt in einzelne Immobilienprojekte investieren – mit hohen Renditeversprechen, aber auch erheblichen Risiken.

Du finanzierst meist als Nachrangdarlehen ein konkretes Projekt (z. B. einen Wohnungsbau in Berlin) mit festen Zinsen und Laufzeit. Renditen liegen typischerweise zwischen 4 und 7 %. Klingt attraktiv — hat aber massive Schattenseiten, vor allem seit der Bauträger-Krise 2023.

PlattformSitzAm Markt seitMin.
Exporo
🏆 Finanzherr Tipp
Hamburg 🇩🇪2014500 €Zur Plattform
Bergfürst
Berlin 🇩🇪201110 €Link
Zinsbaustein
Berlin 🇩🇪2016500 €Link
Rendity
Wien 🇦🇹2015500 €Link
Achtung Crowdinvesting: Du investierst meist in Nachrangdarlehen — im Insolvenzfall des Bauträgers stehst du ganz hinten in der Reihe und verlierst dein Geld oft komplett. 2023 sind viele deutsche Bauträger pleitegegangen. Mehr dazu auf meiner Crowdinvesting-Seite.

Vergleich: Welche Form passt zu dir?

Jede Form hat ihre Stärken und Schwächen. Hier die direkte Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile aller fünf Wege.

👍 Vorteile von Immobilien

  • Sachwert: Eine Immobilie kann nicht inflationieren wie Geld auf der Bank.
  • Stetige Erträge: Mieteinnahmen oder Dividenden fließen meist monatlich.
  • Hebelwirkung: Mit wenig Eigenkapital große Werte kontrollieren.
  • Steuervorteile: Bei Vermietung vieles absetzbar, Wertsteigerung nach 10 Jahren steuerfrei.
  • Diversifikation: Immobilien bewegen sich anders als Aktien.
  • Emotionaler Wert: Eigenheim als Lebensziel und Altersvorsorge.

👎 Nachteile & Risiken

  • Klumpenrisiko: Eine Wohnung bindet oft 80 % des Vermögens.
  • Hohe Nebenkosten: 10–15 % verbrennen die ersten Renditejahre.
  • Niedrige Liquidität: Verkauf dauert Monate, oft nur mit Abschlag.
  • Aufwand: Vermietung bedeutet Arbeit — Heizungen, Mieter, Eigentümerversammlungen.
  • Bauträger-Risiko: Bei Neubau und Crowdinvesting ist Insolvenz real.
  • Marktrisiko: Auch Immobilien können fallen — 2023 in Deutschland um ~7 %.
Meine Empfehlung: Wer wirklich passiv am Immobilienmarkt teilhaben will, ist mit einem Immobilien-ETF plus klassischem Welt-ETF oft besser bedient als mit einer einzelnen Eigentumswohnung. Eigenheim, Renditeobjekt und Crowdinvesting lohnen sich nur, wenn du dich aktiv mit dem Markt beschäftigst und das Klumpenrisiko bewusst eingehst.

FAQ · Häufige Fragen zu Immobilien-Investments

Die wichtigsten Fragen rund um die verschiedenen Wege ins Betongold.

Das hängt extrem von deiner Lebenssituation ab. Bei Bauzinsen von rund 3,5–4 % und leicht fallenden Preisen sind die Bedingungen 2026 besser als 2022/23. Faustregel: Wenn dein Eigenkapital mindestens 20–25 % deckt, du mindestens 15 Jahre wohnen willst und die Rate unter 35 % des Nettoeinkommens bleibt, kann sich Eigentum lohnen. In München, Hamburg oder Frankfurt ist Miete plus ETF-Sparen meist die rentablere Variante.

Banken finanzieren Renditeobjekte typisch mit maximal 80–90 % Beleihung. Bei einer 250.000-€-Wohnung brauchst du mindestens 25.000–50.000 € Eigenkapital plus rund 10 % Kaufnebenkosten. Realistisches Minimum: 50.000–75.000 € für eine günstige Renditewohnung in einer B-Stadt wie Leipzig oder Dortmund.

Ein REIT (Real Estate Investment Trust) ist eine Immobilien-AG, die per Gesetz mindestens 90 % ihrer Gewinne als Dividende ausschütten muss. Im Gegenzug zahlt sie keine Körperschaftsteuer. Resultat: deutlich höhere Dividenden (4–7 % statt 2–3 %), dafür langsameres Kurswachstum. Bekannte REITs: Realty Income, Prologis, Equinix.

Sie gelten als relativ stabil, sind aber nicht risikolos. Seit der Finanzkrise gilt eine 24-monatige Mindesthaltedauer und 12-monatige Kündigungsfrist. In Krisen können Fonds ausgesetzt werden — zuletzt 2024 beim UniImmo: Wohnen ZBI. Außerdem werden die Immobilien nur durch Gutachter (nicht börsentäglich) bewertet, der Fondswert hinkt bei Markteinbrüchen hinterher.

Bruttomietrendite = Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100. Realistisch zählt die Nettomietrendite, die Kaufnebenkosten, nicht-umlagefähiges Hausgeld und Instandhaltung abzieht. Faustregel: unter 3 % lohnt kaum (dann ETF), 3–5 % grenzwertig, über 5 % interessant, über 7 % sehr gut (aber oft mit höherem Risiko).

Bei Selbstnutzung: keine laufenden Steuern, keine Steuer beim Verkauf. Bei Vermietung: Mieteinnahmen mit persönlichem Steuersatz, viele Ausgaben absetzbar (Zinsen, Hausgeld, AfA ~2 % p. a.), Wertsteigerung nach 10 Jahren Haltedauer steuerfrei. Bei Verkauf vor 10 Jahren: voller Einkommensteuersatz. Bei Aktien/Fonds: 25 % Abgeltungsteuer + Soli.

2022/23 stiegen die Bauzinsen von ~1 % auf über 4 %, gleichzeitig explodierten die Baukosten. Viele deutsche Bauträger gingen insolvent (Project Immobilien, Centrum, Euroboden). Crowdinvesting-Anleger verloren oft ihr Geld. Aktuell ist die Lage etwas stabiler, aber die Branche konsolidiert noch — sei vorsichtig bei neuen Angeboten kleinerer Bauträger.

Rein rechnerisch hängt es ab von lokalen Mietpreisen, Kaufpreisfaktor (unter 20× spricht fürs Eigentum), Haltedauer (unter 10 Jahren selten sinnvoll) und persönlichem Steuersatz. In Großstädten mit hohem Faktor (30×+) ist Mieten + ETF-Sparen langfristig oft renditestärker, in B-Städten kann Eigentum vorne liegen.

Bis 5.000 €: Immobilien-ETFs oder ein REIT-Titel. 5.000–25.000 €: ETFs + REIT-Aktien + ggf. erstes Crowdinvesting (max. 5 %). 25.000–50.000 €: Fonds, ETFs und Aktien als Basis. Ab 50.000 €: Renditewohnung in B-Stadt realistisch. Ab 100.000 €: Eigenheim und bessere Lagen möglich.

AfA = „Absetzung für Abnutzung", die steuerliche Abschreibung deiner vermieteten Immobilie. Du kannst jährlich 2 % (Altbau vor 1925: 2,5 %) des Gebäudewerts steuerlich geltend machen. Beispiel: 200.000 € Gebäudewert × 2 % = 4.000 € Abschreibung pro Jahr, die deine zu versteuernden Mieteinnahmen senkt — obwohl du das Geld nicht ausgegeben hast. Seit 2023 gibt es erhöhte Sätze für Neubauten.

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Risikohinweis: Immobilieninvestments sind mit Risiken verbunden — inklusive Wertverlusten und Totalverlust bei Crowdinvesting. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator. Die Rechner basieren auf vereinfachten Annahmen und ersetzen keine individuelle Finanzberatung (Stand: Juni 2026). Bei mit (*) markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links — für dich entstehen keine Mehrkosten, Finanzherr erhält eine kleine Provision.